Ava Fuchs

Mörder ante portas

Mörder ante portas

von Ava Fuchs
Die Schauspielerin Louise ist überzeugt: Mit der Künstler-WG hat sie das große Los gezogen. Doch Röper, Hauptmieter der Wohnung in dem heruntergekommenen Berliner Altbau, dämpft ihre Freude. Seltsam zwanghaft verhält sich der übergenaue Lehrer. Das Zusammenleben mit ihm wird für Louise täglich beklemmender – bis Röper eines Morgens ermordet im Vorgarten liegt… Kommissarin Isolde von Bärenstein ermittelt. Hauptverdächtige ist Louise, die spurlos verschwunden ist. Die Kommissarin spürt sie auf der Nordseeinsel Borkum auf – und findet in der Schauspielerin eine Persönlichkeit, die sie zunehmend in ihren Bann zieht. Trotzdem beschlagnahmt sie das Manuskript, das Louise in ihrer Auseinandersetzung mit dem Ermordeten geschrieben hat: „Monolog einer Verdächtigen“ … einer Täterin?
Erscheinungsdatum:
25.03.2014
Format:
ePub oder .mobi
Preis:
2,49 €

Kundenrezensionen

Von: buecherwurm1310 10.05.2014
Kommissarin Isolde von Bärenstein ist gerade vor Ort, als die Leiche von Erwin Röper vor dem Altbau, der gerade saniert wird, entdeckt wurde. Von der Hausmeisterin erfährt Isolda, dass Röper Lehrer und Hauptmieter seiner Wohnung war und dass er ein Mensch war, der sich mit allen anlegt. Der Hausbesitzer, der die Wohnungen sanieren will, kann davon ein Lied singen genauso wie die jetzigen und ehemaligen Untermieter in der Wohngemeinschaft. Es gelten strenge Regeln in der WG, die von Röper festgelegt wurden, die aber von ihm ? dem Hauptmieter ? nicht unbedingt beachtet werden. Über Kleinigkeiten kann er sich ewig echauffieren. Deshalb halten die Untermietverhältnisse auch nicht unbedingt lange. Der Rektor von Röpers Schule behauptet, dass Röper das Asperger-Syndrom hat und dann hatten noch einige Eltern den Verdacht, dass er pädophil war. Verdächtige gibt es also genug. Wurde Röper umgebracht, weil er ein notorischer Querulant war? Die Kapitel werden ergänzt durch Abschnitte des ?Monologs einer Verdächtigen?. Die Ermittlungen sind nicht leicht für Isolde und ihr Team, denn es ist nicht unbedingt klar, dass es sich um Mord handelt. Je länger die Ermittlungen dauern, umso unklarer wird es, wer Täter und wer Opfer war. Die Charaktere gefallen mit gut. Isolde ist von Adel und kann mit ihrer vornehmen Verwandtschaft und deren Standesdünkel wenig anfangen. Aus Protest hat sie einen Freund, der Schausteller ist. Ihr Chef geht ihr auch auf die Nerven, weil er zu sehr in seinen Seilschaften verwurzelt ist. Ihr Mitarbeiter Rainer steht auf Adel und nervt sie manchmal mit seiner Wissbegierde zu dem Thema. Die Geschichte ist trotz ernster Thematik streckenweise humorvoll geschrieben. Dazu gibt es eine Menge Hintergrundinformation. Von Anfang an wird Spannung aufgebaut, das Ende ist überraschend. Ein interessantes und spannendes Buch.
Von: Elke Seifried 15.05.2014
Kommissarin Isolde ist gerade beim Joggen unterwegs, als sie auf die Leiche von Erwin Röper stößt. Sie und ihr Team ermitteln, aber handelt es sich überhaupt um ein Verbrechen? Röper, der als Querulant weit bekannt ist, hat mehr als genug Feinde und Isolde hat im Gefühl, dass hier ein Mord geschehen sein muss. Das Opfer ist Hauptmieter einer WG in einer renovierungsbedürftigen Villa. Er stellt dem neuen Besitzer, einem Immobilienhai, ein Bein nach dem anderen und sabotiert die Renovierungsarbeiten wo es nur geht. Aber auch Untermieter Buss hätte die Wohnung gerne für sich alleine. Dazu kommt noch, dass Erwin Röper als Lehrer nicht sehr beliebt war und sogar der Verdacht bestand, dass er pädophil sei. Mordmotive also mehr als genug, das macht die Ermittlungen alles andere als leicht. In einem zweiten Erzählstrang, der in Zwischenkapiteln die Ermittlungen von Isolde unterbricht und ergänzt, bekommt der Leser den Monolog einer Verdächtigen zu lesen. Es handelt sich um eine ehemalige Mitbewohnerin, die hier über ihre Zeit in der WG berichtet. Ich war wirklich von Anfang bis Ende regelrecht ans Buch gefesselt. Ava Fuchs gelingt es wirklich geschickt, die Sympathien zu ihren Charakteren in fast jedem Kapitel neu zu verteilen. Zuerst ist man hin und weg von den Gemeinheiten, die Röper auf Lager hatte, um kurz danach fast ein wenig Mitleid mit ihm zu bekommen. Er soll unter dem Asperger Syndrom, einer abgeschwächten Form des Autismus leiden, was natürlich bedeutet, dass man alles unter einem anderen Licht betrachten muss. Sowohl zu dieser Krankheit, also auch zur Pädophilie bekommt man viele fundierte Informationen, die einen das Menschenbild dieser Gruppen neu überdenken lassen. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen. Der Monolog der Verdächtigen spielt ebenso mit den Sympathien, man ist sich bei Schauspielerin Louise, von der der Monolog stammt, auch nie sicher, ob sie momentan eine Rolle spielt oder doch ihr wahres Ich zeigt. Der Fall an sich ist spannend, wobei dieser für mich nicht im Vordergrund stand. Es gab viele Verdächtige, daher auch immer wieder neue Vermutungen und dann ein überraschendes Ende. Sehr gut hat mir auch Isolde gefallen. Mit der Kommissarin mit adliger Abstammung, die sich aber vielleicht gerade um die Verwandtschaft zu ärgern mit Geisterbahnbesitzer Rudi vergnügt, gab es viel zu schmunzeln und lachen. Auch ihr Team begonnen bei Assi Rainer, der sich auf eine Adelshochzeit wünscht bis hin zu Jungspund Sperbermaus hat mir sehr gut gefallen.
Von: Was du nicht willst, das man dir tu... 25.08.2014
Eigentlich wollte Kommissarin Isolde von Bärenstein nur ihre morgendliche Joggingtour machen, aber blöderweise stolpert sie mehr oder weniger über einen Toten. Da sie nun mal schon am Tatort ist, kann sie doch auch gleich ermitteln. Dies stellt sich allerdings als nicht ganz einfach heraus, denn der Tote, Erwin Röper, war zu Lebzeiten alles andere als beliebt und beinahe niemand, mit dem er zu tun hatte, ist sonderlich traurig über seinen Tod... Isolde von Bärenstein ist eine Frau in den Vierzigern, was zum Teil auch im Buch thematisiert wird. Am Anfang blieb sie mir noch etwas fern, aber mit der Zeit wurde es viel besser und ich mochte sie sehr. Auch ihr Team besteht aus lauter netten Leuten, die gemeinsam einen lustig zusammengewürfelten Haufen ergeben, aber bis auf ihren "Assi" Rainer eher im Hintergrund stehen. Der etwas engstirnige und anstrengende Chef rundet das Gesamtbild ab. Besonders interessant ist bei diesem Krimi, dass nicht nur der Stand der Ermittlungen widergegeben, sondern dieser vom "Monolog einer Verdächtigen" aufgelockert wird. Wie sich herausstellt, ist dieser ein Manuskript einer früheren Mitbewohnerin von Erwin Röper, in dem sie über das Zusammenleben berichtet. So lernt man das Opfer und seine Mitmenschen sehr gut kennen und nach jedem Kapitel hat man einen neuen Verdächtigen auf dem Zettel, dem Erwin übel mitgespielt hat. Aber auch mit ihm bekommt man teilweise Mitleid, denn im Grunde kann er nichts für seine anstrengende Art, weil er das Asperger-Syndrom hat, eine abgeschwächte Form des Autismus. Dies wird sehr gut in die Geschichte integriert, aber auch ausreichend erklärt, vor allem als auch noch Gerüchte aufkommen, Erwin Röper sei pädophil gewesen... Der Schreibstil ist leicht und die Kapitel relativ kurz, sodass man das Buch sehr gut auch mal zwischendurch lesen kann. Der Handlungsort ist Berlin, wobei es die Kommissarin auch mal auf eine Nordseeinsel verschlägt. Mir hat es jedenfalls gut gefallen und ich hoffe, dass es vielleicht noch mehr über Isolde zu lesen geben wird. Wer etwas über die psychologischen Hintergründe von Asperger oder auch Pädophilie erfahren möchte, der bekommt sie in diesem Buch in eine interessante Geschichte eingebettet. Wer sich aber von Einmischungen in Form von Erlebnisberichten von Verdächtigen gestört fühlt, der sollte lieber etwas anderes lesen.

Ava Fuchs

Ava Fuchs ist das Pseudonym einer deutschen Bestseller-Autorin. Sie wurde geboren, liebte sofort Geschichten, lernte lesen und schreiben und hörte mit beiden bis heute nicht wieder auf.

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