Sylvia Klinzmann

Im Schatten des roten Stieres

Im Schatten des roten Stieres

von Sylvia Klinzmann
Rom, 1497. Alessia Bertorelli liebt den mittellosen Maler Giacomo. Als ihr Vater erfährt, dass er ein Sohn des machtgierigen Borgia-Papstes Alexander VI. ist, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Die Bertorelli, und insbesondere Alessia, erleben hautnah, was es bedeutet, ein Mitglied dieser skrupellosen Renaissancefamilie zu sein. Der Schatten des roten Stieres, des Wappenzeichens der Borgia, ist überall zugegen. So muss sich die junge Alessia im Kampf um ihre Liebe nicht nur gegen ihren Onkel zur Wehr setzen, sondern auch gegen eine längst vergessene Rivalin ihrer Mutter, die endlich einen Weg gefunden hat, ihren Racheschwur einzulösen. Ein ergreifender Roman voller Leidenschaft, Blut und Tränen.
Erscheinungsdatum:
15.11.2016
Format:
ePub oder .mobi
Preis:
5,99 €

Kundenrezensionen

Von: Simone 21.12.2016
Alessia Bertorelli ist die einzige Tochter des Anwalts Alvaro Bertorelli und dessen Frau Lea. An den Maler Giacomo di Luna hat Alessia ihr Herz verloren und will diesem ihre Liebe bekennen. Allerdings wird dieses Vorhaben durche ein familienübergreifendes Ereignis verdrängt. Ihr Vater erfährt nach dem Tod seiner Mutter, das Papst Alexsander sein richtiger Vater ist. Alessia zieht im Vatikan ein und wird kurz darauf mit Piero verheiratet. Dieser birgt aber ein Geheimnis. Wie die liebreizende Catalina Torralba, welche sich als Freundin bei Alessia einschleicht. Wie geht es mit Giaccomo nun weiter? Haben die beiden eine Chance sich jemals wieder zu sehen? Und wer ist für die ganzen Intrigen zuständig, die gegen die Familie Bertorelli im Gange sind? Ein sehr schöner, bildhaft geschriebener historischer Roman, der nicht verborgen läst, was so alles im Mittelalter geschen ist. Es geht im Verrat, Intrigen, Folter und ware Liebe. Die Beschreibung der Städte Florenz und Rom sprechen dafür, daß die Autorin die Umgebung selbst besucht hat weiß von was sie schreibt. Ich bin begeistert und gebe 5 Sterne und hoffe auf weitere tolle Romane von Sylvia Klinzmann.
Von: heinoko 23.12.2016
Das gekonnt gestylte Cover weist sofort in die richtige Richtung: Hier handelt es sich um einen historischen Roman, mit Bezug zu Italien und zur oberen Schicht der Bevölkerung. Und in der Tat legt Sylvia Klinzmann mit diesem Roman ihr gesamtes Augenmerk auf das Ende des 15. Jahrhunderts, auf die italienische Renaissance, auf die Zeit der Borgia. Nach wie vor herrschen grausame Methoden wie im finsteren Mittelalter, bestimmen Lüge, Betrug, Rache und Mord das Leben derer, die sich Macht und Reichtum aneignen wollen. Alessia, eine 15-jährige Schönheit mit jüdischen Eltern, die aufgrund der Zeitgegebenheiten zum Christentum konvertierten und deshalb von Spanien nach Rom ausgewandert waren, liebt im Geheimen einen talentierten Maler. Da sich herausstellt, dass Alessia eine Enkelin des derzeit herrschenden Borgia-Papstes ist, gibt es keine Hoffnung auf Verheiratung mit Giacomo, dem Maler. In einer von Anfang bis Ende spannenden Rahmenhandlung mit Mord und Intrige droht Alessia letztlich ihr Leben zu verlieren… Der Autorin ist es in bewunderswerter Weise gelungen, trotz der umfangreichen, historisch korrekten Schilderungen des damaligen Lebens, nie Langeweile beim Leser aufkommen zu lassen. Es ist ihren ausführlichen Recherchen vor Ort und in zeitgenössischen Dokumenten zu verdanken, dass sie beim Leser ein sehr anschauliches Bild jener Zeit vor dem inneren Auge entstehen lässt. So habe ich z. B. nirgendwo sonst in belletristischen Romanen detailliertere Schilderungen der damaligen Mode gefunden. Sylvia Klinzmann’s Stärke ist zweifelsfrei die visuelle Wahrnehmung und deren Umsetzung in Worte. Was mir persönlich fehlt, ist zum einen eine psychologische Sicht der Hauptpersonen (die Schilderung von Tränen allein genügt mir da leider nicht), zum anderen fehlt mir im gesamten Buch weitgehend die auditive Darstellung. Gibt es z. B. Musik bei den Festen? Was ist mit Lärm und Geschrei auf den Straßen u. v. a. Doch dies tut letztlich meinem Gesamturteil keinen Abbruch. Ich halte den Roman „Im Schatten des roten Stieres“ für ausnehmend gut, erstklassig recherchiert, spannend geschrieben, also rundum lesenswert!
Von: MeiLing Art 27.12.2016
Meine persönliche Meinung: Sylvia Klinzmann schreibt über eine Zeit, die mehrere hundert Jahre vergangen ist und wir können ihr für ihre Bücher danken. Denn eins ist schon nach den ersten Kapiteln klar gewesen: Sylvia schreibt erst ein Buch, wenn sie ausgiebig recherchiert hat und sich auch sicher ist, dass ihr Wissen fundiert genug ist, um das Buch zu beginnen. Für mich als Leserin und auch Person, die sich mit dem Rom des 15. Jahrhunderts noch nicht wirklich befasst hat, war es eine wahre Freude, all die detaillierten Informationen und die zahlreichen Beschreibungen zu Orten, Plätzen und Personen zu erfahren. Hier geht es nicht um die Geschichte, den Roman um ein paar Historische Daten rumgeschnörkelt, nein. Dieser Historische Roman vereint eine tolle Handlung mit geschichtlichen Fakten und Informationen! Wirklich sehr interessant und unglaublich gelungen! Die Handlung beinhaltet Liebe, Intrige, Macht, Verrat, Leidenschaft, Eifersucht, Rivalität, ... einfach alles, was wir uns von einem Roman wünschen. Vor allem die Spannung kommt in "Im Schatten des roten Stieres" nie zu kurz, und so fliegen die gut unterteilten Kapitel mit Leseabschnitten nur so dahin. Obwohl zur damaligen Zeit ein wirklich anderer Ton herrschte, gelingt es Sylvia Klinzmann bestens, das Buch in einer sehr angenehmen Klangfarbe zu halten, die unserer heutigen Sprache nicht so entfernt liegt, so dass man beim Lesen nicht ständig den Duden parat halten muss. Und wenn es mal ein Wort gibt, das nicht geläufig ist, hilft das Wortverzeichnis am Ende des Ebooks weiter. Ebenso gibt es eine Einführung in die Protagonisten der Handlung gleich zu Beginn, doch nach wenigen Kapiteln wird man die Namen nicht mehr verwechseln, das steht fest. Die Figuren sind gut beschrieben und mit ihren Charakteren ausgeprägt genug dargestellt, um im Gedächtnis haften zu bleiben. Mit der Hauptprotagonistin Alessia ist es mir leicht gefallen mitzufiebern, so wird ihr hier wirklich übel mitgespielt bzw sind die meisten Erfahrungen, die sie machen muss, einfach für unser Leben heutzutage so undenkbar, dass wir wohl alle mit ihr fühlen würden. Andere Protagonisten, besonders Cesare Borgia, hinterließen Spuren und auch Fragen bei mir. Das Buch machte mich sehr neugierig auf die Borgia-Familie, und ich werde mich auf jeden Fall noch weiter damit befassen. Ich möchte "Im Schatten des roten Stieres" auf jeden Fall empfehlen und mit 5 von 5 Sternen versehen! Es war ein großartiges Leseerlebnis, ich war sehr gut unterhalten, habe viel dazu gelernt und war gefesselt! Besser konnte meine Weihnachtslektüre nicht sein!
Von: wattwurm18 03.01.2017
Die Familie Bertolli ist aus Spanien vor der Inquisition geflohen und lebt nun ruhig und friedlich in Rom als angesehene Bürger. Die Tocher Alessia hat sich in einen Maler verliebt und möchte ihn heiraten. Als ihr Vater aber erfährt, dass er der uneheliche Sohn des Borgia-Papstes Alexander VI. ist, ist es mit dem ruhigen und friedlichen Leben in Rom vorbei. Ihre Vergangenheit holt sie wieder ein und droht auch durch die Missgunst der neuen Verwandtschaft, insbesondere des Borgia-Sohnes Cesare und seine spanische Gespielin Catalina de Mendoza. Sylvia Klinzmann hat einen detailliert recherchierten Roman der Borgia-Ära verfasst. Ich fand es sehr ansprechend, wie sie die Geschichte der Bertolli-Familie in die Historie eingebaut hat und diese Zeit zum Leben erweckt hat. Die Protagonisten sind farbenfroh geschildert und es wird beim Lesen eine bildhafte Welt erschaffen, der ich mich beim Lesen schwer entziehen konnte. Auch das Cover zeigt, wieviel Liebe in das Buch hineingeflossen ist. Besonders hat mich beeindruckt, dass Sylvia Klinzmann sich nicht scheute Details der schändlichen Arbeit der Inquisition präzise zu schildern ohne dabei ins eklige oder in die Effekthascherei zu verfallen. Insgesamt ein bemerkenswerter und sehr lesenswerter historischer Roman für alle, die mehr über diese Epoche lesen möchten und nicht nur an der Oberfläche kratzen wollen.
Von: Ladybella911 11.01.2017
Die Ära der Borgias um Papst Alexander VI gehört sicher zu den spannendsten der Renaissance und es wurde unzählige Male darüber berichtet. Diese spannende Zeit bildet den Hintergrund zu einem fiktiven Familiendrama, wie es abwechslungsreicher nicht sein könnte.Rachegelüste, Hass und Leidenschaft sind der Antrieb für diese facettenreicheGeschichte, die von dem sadistischen, ränkeschmiedenden Cesare, dem zweiten Sohn des Papstes, dominiert wird. Kein anderer manipuliert so genial gekonnt wie dieser Sohn des Papstes, zerfressen von seiner Gier nach Macht. Die Geschichte beginnt 1482 in Sevilla zur Blütezeit der Inquisition, in welcher unzählige Juden auf den brennenden Scheiterhaufen ihr Leben lassen mussten. Auch Lea und Aaron, ein Geschwisterpaar, sollen diesen schrecklichen Tod erleiden, können aber entkommen, als sich ein heftiges Gewitter über dem Hinrichtungsplatz entlädt und die Zuschauer, die sich an dem Spektakel ergötzen wollten unter der Wucht der Regenmassen die wolkenbruchartig auf sie herniederprasseln, schnell das Weite suchen.Beide Geschwister wissen nicht voneinander, dass sie noch am Leben sind. Aaron wird von einem Mönch gesund gepflegt und wird zu Bruder Horatio, Lea, seiner Schwester, gelingt gemeinsam mit ihrem Mann Alvaro, einem sehr bekannten Anwalt die Flucht nach Rom, und sie können dort mit ihrer schönen Tochter Alessia ein neues Leben beginnen. Die Situation spitzt sich zu, als Alvaro die Beweise dafür erhält, ein weiterer Sohn des Papstes zu sein und diese auch vom Papst anerkannt werden, und sich die 15 jährige Alessia unsterblich in den begabten Maler Giacomo verliebt, dem sie Modell gesessen hat.Sie und ihre Familie werden so zum Spielball des machthungrigen Cesare, der mit allen Mitteln versucht, die Familie zu vernichten und sich auch nicht davor scheut, über Leichen zu gehen. Die Autorin bedient sich einer ausgefeilten Sprache, die sehr flüssig zu lesen ist, aber dennoch so bildhaft, dass sie die Charaktere der Protagonisten exakt zeichnet und zum Leben erweckt. Eine fundierte Recherche bedient die geschichtlichen Aspekte und bietet enorm viel Hintergrundwissen zur damaligen Zeit und speziell zu den eigenartigen und verwickelten Beziehungen des päpstlichen Haushalts. Auch auf die Grausamkeiten der Inquisition wird nicht verzichtet, aber eher in einer sachlichen Art und Weise, die zwar berührt, aber nicht unnötig aufgebauscht wird. Sehr gut gefallen hat mir das Personenregister zu Anfang des Buches das es dem Leser der den Vorgängerband „die Stickerin von Sevilla“ nicht kennt, erlaubt, sich sofort in der Geschichte zurecht zu finden. Auch das Glossar am Ende des Buches erweist sich als hilfreich und gestattet einen flüssigen Lesestil. Mir hat dieser sehr gut recherchierte historische Roman ausnehmend gut gefallen und ich kann ihn jedem Leser, der etwas mehr über die Ereignisse der damaligen Zeit wissen möchte, aber sich nicht mit einer bloßen Aneinander-reihung trockener Geschichtszahlen zufrieden geben will, nur wärmstens empfehlen. Autor: Sylvia Klinzmann
Von: Ninespo 12.01.2017
[Rezension] „Im Schatten des roten Stieres“ „Im Schatten des roten Stieres“ in drei Worten? Authentisch, fesselnd, recherchiert. Cover & Gestaltung von „Im Schatten des roten Stieres“? Das Cover zu „Im Schatten des roten Stieres“ ist wundervoll. Zu sehen sind Gebäude aus Rom und Florenz im Hintergrund, während im Vordergrund eine Frau in einem roten Kleid zu sehen ist, die der Betrachter jedoch nur von hinten sieht. Hierbei kann es sich um Alessia, eine der wichtigsten Figuren des Romans handeln. Das Cover ist wunderschön anzuschauen und macht mir direkt Fernweh. Nur zu gerne würde ich augenblicklich Rom oder Florenz besuchen. Worum geht es in „Im Schatten des roten Stieres“? Der historische Roman „Im Schatten des roten Stieres“ spielt um 1490 in Rom und Florenz. Im Vordergrund steht die Familie Borgia, denen fiktive Figuren an die Seite gestellt werden und deren Schicksale sich miteinander verbinden. Als Leser wird man mit auf eine authentische und sehr gut recherchierte Reise genommen, entdeckt viele geschichtliche Fakten, die fließend in den Roman eingebaut wurden und wird dennoch von einer fiktionalen Geschichte mitgerissen, die sich perfekt in ihr historisches Setting einbettet. Dabei steht die junge Alessia im Vordergrund der Geschehnisse, die von Intrigen, Geheimnissen und starken Emotionen geprägt sind. Das Figurenpersonal in „Im Schatten des roten Stieres“? In „Im Schatten des roten Stieres“ wird munter zwischen historisch bezeugten Personen und fiktiven Figuren gemischt. Diese Mischung ist aber so gut gelungen, dass die historischen Personen nicht auffallen. Alle Figuren und Personen wirken realistisch und authentisch, sodass es keinen Bruch zwischen beiden Parteien gibt. Die historischen Personen halten sich alle an ihre geschichtlichen Begebenheiten, in deren dunkle Flecken sich die fiktiven Figuren perfekt einfügen. Selbst die Antagonisten sind faszinierend und authentisch getroffen, sodass man sie gar nicht nicht mögen kann. Wobei eine Abneigung aufgrund von Sympathiegründen tatsächlich möglich ist. Der Schreibstil von Sylvia Klinzmann? Der Schreibstil von Sylvia Klinzmann ist unfassbar angenehm. Ihre Wortwahl ist authentisch und passend, schlägt aber einen Bogen in die Moderne. Daher wirkt der Schreibstil nicht antiquiert und lässt sich leicht und flüssig lesen. Die eingestreuten italienischen Begriffe erschließen sich aus dem Kontext, wobei es am Ende des Romans einen Glossar gibt. Der Schreibstil trägt die gesamte Atmosphäre und transportiert ebenfalls sehr viel der Authentizität des Romans. Positives über „Im Schatten des roten Stieres“? Ich habe es oben bereits mehrfach gesagt: Dieser Roman ist unglaublich authentisch. Zudem ist er sehr gut recherchiert und historisch begründet. Ich finde es faszinierend, wenn Autoren Flecken in der Geschichtsschreibung mit fiktiven Geschichten ausfüllen und ergänzen. Histoire und Diskurs ergänzen sich hier perfekt. Die fiktive Geschichte ist schillernd und fesselnd, sie fasziniert den Leser vor allem auch durch das spannende Umfeld der Borgia-Familie und das von Intrigen geprägte Leben am Vatikan. Empfehlung zu „Im Schatten des roten Stieres“? Ich kann diesen historischen Roman uneingeschränkt empfehlen. Jeder, der historische Romane schätzt, sollte einen Blick in diesen Roman werfen. Fesselnd, sehr gut recherchiert und absolut authentisch.
Von: Pinoca 12.01.2017
In Spanien brennen 7 Scheiterhaufen, doch es sollte anders kommen. Ein Sturm zieht auf und löscht die Feuer, am Ende sind 2 der Scheiterhaufen leer. Nicht alle Juden sind dem Feuer erlegen. Jahre später macht sich ein Mönch auf die Reise, er ist von Narben gekennzeichnet und hatte einst einen anderen Namen. In Italien steht das Leben einer Familie vor dem Wendepunkt. Während sich Alessia, die 15jährige Tochter in einen Maler verliebt, wird ihrem Vater eine neue Welt aufgezwängt. Eine Welt voller Macht, Intrigen und Politik - die der Borgia. In einem Brief erfährt Alvaro, dass er einer der unehelichen Söhne des Borgia-Papstes Alexander VI. ist. Dieser erkennt ihn, so wie er es auch bei seinen anderen Kindern tat, an. Damit verändert sich alles. Für Alessia beginnt das Leben in den Palästen Roms, soll sie doch, so wie ihre neugewonnene Tante, Lucrezia Borgia, im Sinne der Politik verheiratet werden um das Machtgefüge der Borgia zu stärken. Gleichzeitig versucht Cesare Borgia sich der neuen Verwandten zu entledigen, da sie doch seinen eigenen Einfluss schmälern. Als wäre das nicht genug, holt die Familie Bertorelli ihre Vergangenheit in Form einer Frau wieder ein, die sich auf einem Schiff von Spanien nach Italien begibt. Vielschichtig und fesselnd, so würde ich beginnen den Roman beschreiben zu wollen. Die Autorin hat viele Ebenen geschaffen, die sich von Beginn an verwoben sind. Das zeigt sie auch dem Leser, der sich nicht verloren, ob der ganzen Handlungsstränge fühlt, sondern beim Lesen genau mitbekommt, welches Unheil sich dort zusammenbraut. Der die junge Alessia eher als naiv wahrnehmen darf, Cesare als den verschlagenen Borgia, der aus der Geschichte bekannt ist, Allessias Eltern als fürsorgliche, liebende Menschen, die durch ihre Vergangenheit gezeichnet sind, aber ein gutes Leben in Rom führen. Aber nicht nur die Figuren sind detailliert und bildhaft ausgearbeitet. Die waren Stärken liegen in der unfassbaren recherchearbeit, die die Autorin geleistet haben muss, um ein solches Renaissance-Bild Italiens zu schaffen. Nicht nur, dass sie all das Wissen in diesen Roman einbringt, sie schafft es auch, das Wissen auf eine Art einzubringen, die den Leser nicht abhängt sondern fesselt und begeistert mitnimmt, so dass man sich nach jeder Seite ein wenig Schlauer fühlt. Ich selbst habe mich nicht selten ertappt, wie ich das ein oder andere Mal Google zuhilfe genommen habe, um winzige Details nachzuschlagen. Wurde zu der Zeit wirklich schon Marzipan serviert? - Ja, wurde es. Gab es diese unmenschlichen Veranstaltungen wirklich - leider. Aber auch architektonische Beschreibungen bringt sie den Leser mit einer Leichtigkeit nahe, die bewundernswert ist. So wird oft in einem Halbsatz erläutert, worum es sich handelt und ich als Leserin bin glücklich, nicht so dumm dazustehen, weil ich es eben vor einem Satz noch nicht wusste. So schafft sie rund um die Protagonisten ein vielschichtiges, fast umfassendes Geselschaftsbild der Zeit in Rom und auszugsweise in Florenz - so lebendig hätte ich mir den Schulunterricht damals gewünscht, statt der Zahlen, Daten, Fakten zusammenhangslos auswendig zu lernen. Wenn ich einen historischen Roman Lesen möchte, was könnte ich mir mehr wünschen, mehr vorstellen, als das, was mir hier geboten wurde?
Von: Pucki60 17.01.2017
Die Geschichte spielt zum Ende der 15. Jahrhunderts und beginnt in Spanien. Lea und ihr Bruder sind als Juden zum Tode verurteilt und brennen auf dem Scheiterhaufen. Durch ein plötzliches Unwetter erlischt das Feuer und beide können fliehen. 15 Jahre später lebt Lea mit ihrem Mann Alvaro und der Tochter Alessia mit einer neuen Identität in Rom und Alessia hat sich heimlich in den Maler Giacomo verliebt. Aufgrund einer Nachricht von Alvaros Mutter wird er als Sohn des Papstes Alexander Borgia anerkannt. Alessias Leben ändert sich von Grund auf, sie wird in die päpstliche Familie aufgenommen und soll standesgemäß verheiratet werden. Der Papstsohn Cesare setzt Alessia und ihre Familie massiv unter Druck und wird dabei von einer früheren Rivalin von Lea unterstützt. Alessia fügt sich den Wünschen Cesares und gerät in tödliche Gefahr. Der Roman spielt in Rom und Florenz zur Zeit der Borgias. Die historischen Fakten sind sehr gut recherchiert und auch die Stadt Rom ist gut beschrieben, beim Lesen befand man sich in der damaligen Zeit. Die Figuren sind mit ihren guten und schlechten Charakterzügen hervorragend dargesellt. Besonders gut hat mir Alessia gefallen und ich habe mit ihr mit gefiebert, ob sie ihr Glück mit Giacomo findet. Cesare ist mit seinen entsetzlichen Handlungen so gut rübergekommen, das ich ihm einmal sogar zum Teufel gewünscht habe. Das Ende ist richtig spannend und für mich der Höhepunkt des Buches. Ich vergebe 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung für diesen historischen Roman. Das Buch hat mir ein paar schöne Lesestunden bereitet und ich hoffe auf eine Fortsetzung mit Alessia.
Sylvia Klinzmann

Sylvia Klinzmann

Sylvia Klinzmann, Jahrgang 1965, wuchs in Ruppichteroth auf, einem kleinen Ort in der Nähe von Bonn. Schon als Kind entdeckte sie ihre Leidenschaft für Bücher, kannte bald jeden Roman der örtlichen Bücherei und fing an, selbst kleine Geschichten zu verfassen. Nach dem Abitur absolvierte sie eine Lehre als Reisebürokauffrau. 1987 heiratete sie ihre Jugendliebe und wandert nach Spanien, an die Costa Blanca, aus, wo sie seither mit Mann, Sohn und Tochter lebt und in der Touristikbranche arbeitet. Dort, inspiriert von Sonne und Meer, ließ sie ihre Leidenschaft für das Schreiben wieder aufleben und hat seither Kurzgeschichten, einen historischen Roman und einen Krimi veröffentlicht. „Im Schatten des roten Stieres“ ist ihr dritter Roman.

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