Karin Seemayer

Die Sehnsucht der Albatrosse

Die Sehnsucht der Albatrosse

von Karin Seemayer
Eine Frau, die nur für die Musik lebt. Ein Mann, der für die See auf alles verzichtet. Eine Reise, auf der beide an ihre Grenzen kommen. Als die Sängerin Sarah nach einem Schiffbruch von einem Robbenschoner an Bord genommen wird, findet sie sich in einer harten Männerwelt wieder. Ausgerechnet hier trifft sie auf ihre verloren geglaubte Jugendliebe John Brandon, den Kapitän des Schiffes. Jenseits von Vernunft und Interessen erwachen die widersprüchlichsten Gefühle in ihr: Denn nicht nur Brandon bringt sie aus dem Gleichgewicht. Mehr und mehr fühlt sie sich zu dem Matrosen Peer Svensson hingezogen. Seine Geschichte von dem geheimnisvollen Flug der Albatrosse berührt sie ebenso wie sein Mut. Auf der Fahrt durch das stürmische Eismeer will sie mit ihrer Vergangenheit abschließen. Doch als die Robbenjagd erfolglos bleibt, kommt es zu einer blutigen Auseinandersetzung. Plötzlich steht Sarah zwischen den Fronten des Kapitäns und der Mannschaft - zwischen John und Peer …
Erscheinungsdatum:
15.07.2014
Format:
ePub oder .mobi
Preis:
3,99 €

Kundenrezensionen

Von: Puella 26.07.2014
Das Komplettpaket - Abenteuer, Historisches und ein Schuss kitschfreier Romantik Dieser Roman hat mir schlaflose Nächte beschert, weil ich ihn nicht aus der Hand legen konnte. Die Opernsängerin Sarah, die sich in der Männerwelt des Robbenjägers "Victory" behaupten muss, nimmt einen mit in die Vergangenheit und aufs Meer. Man spürt beim Lesen das Salz auf der Haut. Für spannungsgeladene Konflikte ist nicht nur mit Sarahs Schiffbruch und der Robbenjagd gesorgt. Auch trifft Sarah ihren Exfreund John wieder, mit dem sie einiges verbindet, und sie kommt gleichzeitig dem Matrosen Peer näher. Ohne Kitsch vermag es die Autorin, in die Gefühlswelt ihrer Protagonisten einzutauchen und den Leser mitzunehmen. Die zarten Bande der Liebe fließen sehr unaufdringlich in die Geschichte mit ein, Gänsehautfeeling inklusive. Dieses Buch hat mich von Anfang bis Ende gefesselt und ich hoffe auf eine baldige Fortsetzung. Auch für Fans von Jack London ein ganz heißer Tipp.
Von: Goch9 16.08.2014
San Francisco 1905 Sarah Tanner, die gefeierte Operndiva, braucht eine Auszeit. Sie verlässt mit einem modernen Passagierschiff San Francisco in Richtung Hawaii. Drei Tage bevor die Kalani Hawaii erreichen sollte, sinkt das Schiff während eines schweren Taifuns. Sarah und zwei Crewmitglieder, ein Heizer und ein Kabinensteward, werden von Robbenfängern gerettet. Sie sind mit ihrem Toppsegelschoner, Victory, zu ihren Fanggründen vor der japanischen Küste unterwegs. Als Sarah am nächsten Morgen erwacht, sieht sie sich einer außerordentlichen Situation gegenüber. Sie ist die einzige Frau an Bord unter einer rauen Matrosen und Robbenfänger Gemeinschaft. Der Kapitän, der ihr irgendwie vertraut erscheint, lehnt es aus Zeitmangel rundweg ab, Sarah an Land zu bringen. Sie wird sich wohl einige Monate mit dieser rauen Gesellschaft arrangieren müssen. Ein mitreißendes Abenteuer beginnt. Ein mitreisendes und begeisterndes Buch über die Robbenjagd und die Seefahrt auf Segelschonern Anfang des 20. Jahrhunderts hat die Autorin Karin Seemayer geschrieben und hervorragend recherchiert. Die Arbeit und das Leben der Matrosen werden lebendig und realistisch beschrieben. Man spürt das Salz auf den Lippen, die klammen Hände, die verkrusteten Haare usw. Von Romantik, bis auf wenige bewegende Momente, ist nicht viel zu spüren, dafür harten Einsatz, eiserne Disziplin und eherne Gesetze, die ein Landei nicht kennt. Dazu kommt noch eine große Portion Aberglauben "Eine Frau an Bord bringt Unglück", was das Leben an Bord für Sarah nicht leicht macht. Einzelne Charaktere sind liebevoll herausgearbeitet worden und entwickeln sich im Laufe der Geschichte zu vielschichtigen Persönlichkeiten. Aufgrund der intensiven und genauen Recherche lernt der Leser viel über die Seefahrt der damaligen Zeit. Viel habe ich auch über die Albatrosse gelernt und sie sind mir ans Herz gewachsen. Ganz nebenbei, und doch ist es fast das Wichtigste an der Geschichte, erleben wir eine wunderschöne Liebesgeschichte. Die Zukunft wird zeigen, ob die Liebe und Verbundenheit bestand hat wie die der Albatrosse.
Von: Sick 19.08.2014
San Francisco, 1904: Sarah Tanner führt ein Doppelleben. Als Emilia Rossi ist sie eine gefeierte Opernsängerin, aber wer aus einer so reichen Familie kommt wie sie, sollte das nicht öffentlich machen. Doch in letzter Zeit hat sie Probleme mit ihrer Stimme und um all dem zu entfliehen, will Sarah mit dem Schiff nach Hawaii fahren. Unterwegs gerät dieses in einen Sturm und sinkt. Zusammen mit zwei Crew-Mitgliedern wird Sarah von einem Robbenfänger-Schoner aufgenommen und für sie beginnt eine unendlich lange Zeit allein unter Männern in einem neuen, harten Alltag. Nach und nach gewöhnt sie sich aber an ihre Situation, auch weil die meisten der Seeleute sie eigentlich ganz gut behandeln. Trotzdem muss Sarah erkennen, dass einige Dinge auf See ganz anders ablaufen als Zuhause. Und da ist dann noch der Kapitän, John Brandon, der sich ihr gegenüber widersprüchlich verhält. Sarah könnte schwören, dass er ihr bekannt vorkommt... Gleich vom ersten Kapitel an wird der Leser in Sarahs Welt gefangen genommen. Sie ist eine emanzipierte Frau, die eigentlich Ärztin werden wollte und für das Frauenwahlrecht kämpft. Ihre 18-jährige Tochter ist so ziemlich der einzige Mensch, der ihr etwas bedeutet, denn ihre Mutter geht Sarah mit ihren altmodischen Ansichten gehörig auf die Nerven. Sie ist eine sehr nachdenkliche Person, was es dem Leser leicht macht sie kennenzulernen. Der Großteil der Geschichte wird aus Sarahs Sicht erzählt, aber ab und zu erfährt man auch etwas über Peer Svenssons Leben. Er ist Matrose auf dem Robbenfänger-Schiff und vom Charakter her Sarah nicht unähnlich. Auch ihm ist seine Arbeit sehr wichtig und er vertraut nur wenigen Menschen. Außerdem haben beide einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit, was sie das ein oder andere Mal in Bedrängnis bringt, denn auf dem Schiff gibt es eine strenge Hierarchie, die unbedingt einzuhalten ist. Als Kapitän ist John Brandon zwar nicht ungerecht, aber er muss natürlich darauf achten, dass seine Autorität gewahrt bleibt. Sein Steuermann Andersen hingegen nutzt seine Position gnadenlos aus und keiner an Bord kann ihn leiden. In diese unbekannte und zugleich harte Welt muss sich Sarah also einfinden, was ihr am Anfang gar nicht leicht fällt. Auf dem Schiff gibt es keinen Komfort, die Männer kennen Frauen wie sie nur vom Hörensagen, weswegen sie zugleich Neugier als auch Ablehnung auslöst. Mit der Zeit lernt Sarah sich auf dem Meer zurechtzufinden und zusammen mit ihr auch der Leser. Denn die nautischen Begriffe, die Regeln an Bord und alle anderen Hintergründe werden fließend in die Handlung integriert. Diese mag zwar romantisch bis kitschig anmuten, ist aber durchaus glaubwürdig und nicht allzu vorhersehbar. Zwar kann man sich die Rahmenhandlung ungefähr denken, aber die wird immer wieder durch überraschende Passagen aufgelockert. Der Schreibstil ist so flüssig und überhaupt nicht bemüht, dass man als Leser Schwierigkeiten hat wieder zurück in den Alltag zu finden. Und auch die Emotionen werden perfekt transportiert. Es gibt Momente, in denen einem das Herz blutet und die auch noch lange nachklingen und dann spürt man wieder Schmetterlinge im Bauch und bekommt ein verträumtes Lächeln im Gesicht. Die Autorin versteht es einfach, in diesen Situationen die richtigen Worte zu finden und genau das auszusprechen, was einem beim Lesen im Kopf herumgeht. Für "Die Sehnsucht der Albatrosse" kann ich nichts anderes als eine unbedingte Leseempfehlung aussprechen! Die Charaktere sind so wundervoll beschrieben, dass man sich toll in sie einfühlen kann, sich unsterblich in sie verliebt oder sie abgrundtief hasst. Und natürlich erfährt man auch, was es mit der Sehnsucht der Vögel auf sich hat...
Von: Lehua 21.08.2014
Dieses Buch ist wirklich großartig! Ich habe es von der ersten bis zur letzten Seite genossen. Die Charaktere sind alle sehr feinfühlig und echt beschrieben, es fühlte sich schon nach kurzer Zeit an, als würde ich sie persönlich kennen. Es ist einfach herrlich mit Sarah zusammen auf dem Schiff zu sein und mit ihr zu erleben, wie sie diese Reise bestreitet. Sie macht die ein oder andere Wandlung durch und bleibt sich stets treu. Die Bande, die sie an Bord knüpft sind sehr feinfühlig beschrieben. Ich konnte dieses Buch kaum noch weglegen. Es ist zudem unglaublich gut recherchiert, was einem natürlich beim Lesen hilft, komplett in dieser Welt abzutauchen. Es war Lesespaß pur! Super wäre es, wenn es auch als Hardcover oder Taschenbuch erscheinen würde, ich würde es glatt noch mal kaufen, damit ich es zu Hause ins Regal stellen kann. Danke Karin für dieses Leseerlebnis
Von: Mikka Gottstein 14.09.2014
Manchmal erinnert "Die Sehnsucht der Albatrosse" ein wenig an Jack Londons "Seewolf" (bzw dessen Verfilmung von 1971)! Schließlich wird auch in diesem Klassiker der Abenteuerliteratur ein Schiffbrüchiger von einem Robbenfänger aufgelesen, gezwungen, an Bord zu bleiben, und arbeitet später mit dem grimmigen Smutje in der Bordküche. Also genau das, was Sarah hier passiert! Und so, wie Londons Held Humphrey im hartherzigen Kapitän Larsen einen alten Jugendfreund erkennt, findet Sarah in Kapitän Brandon ihre einstige Jugendliebe wieder. Auch im "Seewolf" gab es schon eine romantische Dreieckskonstellation zwischen Kapitän Larsen, dem Helden Humphrey und der Schiffsbrüchigen Maud - hier sind es Kapitän Brandon, der Matrose Peer Svensson und die Protagonistin Sarah Tanner. Vielleicht liegen diese Übereinstimmungen unter Anderem daran, dass sowohl Jack London als auch Karin Seemayer von Kapitän Alexander McLean inspiriert wurden, einem berühmten, real existierenden Robbenjäger? Auf jeden Fall gibt es neben den Gemeinsamkeiten genug Unterschiede, um das Buch zu mehr als nur einem Abklatsch des Klassikers zu machen! Ja, auch hier gibt es Abenteuer, Gefahren, romantische Verwicklungen und man erfährt viel über das harte Leben der Männer, die ihr Geld mit der Robbenjagd verdienten... Aber alleine schon dadurch, dass wir die Geschehnisse hauptsächlich aus weiblicher Sicht sehen, hat "Die Sehnsucht der Albatrosse" eine ganz andere Atmosphäre, die Schwerpunkte liegen auf anderen Aspekten und die Liebesgeschichte ist zentraler und sowohl romantischer als auch zartfühlender geschrieben. Karin Seemayer schreibt über starke, zwiespältige Charaktere, die sich nicht so einfach in gut oder böse einteilen lassen. Kapitän Brandon ist hart und manchmal sogar grausam, kann selbstsüchtig und skrupellos sein, aber er ist auch intelligent und hat durchaus die Kapazität für Mitgefühl und mitmenschliches Verständnis. Durch Sarah erfährt man, wie schwer sein Leben in seiner Jugend war, und man kann sich denken, wie sehr ihn das zweifellos abgehärtet und gestählt hat... Sarah selber wollte eigentlich Ärztin werden und war als junge Frau fest entschlossen, für ihr Ziel zu kämpfen - und doch war ihr Leben geprägt von Kompromissen, so dass sie sogar einen Mann heiraten musste, den sie nicht liebte. Statt Ärztin zu werden, konnte sie ihrer Familie nur eine Karriere als Opernsängerin abtrotzen, und dass auch nur unter der Bedingung, dass sie nicht unter ihrem echten Namen auftritt. Eine interessante Mischung aus Selbstbewusstsein und Zweifeln, rebellischer Freigeistigkeit und Standesbewusstsein machen sie zu einer ungewöhnlichen Frau, die mir mehr und mehr ans Herz gewachsen ist. Peer Svensson ist von der ersten Seite an ein sympathischer junger Mann, der einerseits durch und durch zuhause ist in der rauen Männerwelt der Seefahrt und sich andererseits als sensibler, emotionaler Mensch mit einem stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn herausstellt. Sogar der sadistische Widerling Andersen, der Sarah, Peer und dem armen Schiffsjungen Willy das Leben zur Hölle macht, ist nicht nur böse - wobei die Autorin das eher andeutet und es dem Leser überlässt, sich den Rest zu denken. Von den Nebencharakteren sind manche sympathisch, manche eher nicht, aber bei den meisten kann man zumindest erahnen, dass sich hinter dem ersten Eindruck mehr verbirgt und dass sie komplexe Charaktere mit ihren ganz eigenen Stärken und Schwächen sind. Ich fand die Geschichte sehr spannend. Zum einen wollte ich wissen, wie Sarah sich an Bord zwischen all den rauhbeinigen Matrosen behaupten würde, und dann wollte ich natürlich sehen, wie sich ihre Beziehung zu ihrer ehemaligen großen Liebe, Kapitän Brandon, entwickeln würde - und die zu Peer Svensson, der so überhaupt gar nicht ihrem Stand entspricht, aber ihr Herz zum Singen bringt. Außerdem möchte man als Leser erfahren, warum der Schiffsjunge Willy so verschreckt ist, warum der Schiffskoch überhaupt nicht kochen kann, und ob es Peer gelingen wird, sich gegen Steuermann Andersen zu behaupten... Viele kleine und große Dinge, die die Geschichte abrunden und vielschichtiger machen. Dazu kommt noch, dass die Robbenjagd nicht gut läuft und Brandon gefährliche, illegale Maßnahmen in Erwägung zieht, was wiederum beinahe zu einer Meuterei führt! Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Er ist bildhaft und lässt wunderbar die Welt an Bord der Victory vor dem inneren Auge auferstehen. Das Knarzen des Schiffs und das Heulen des Windes, der salzig-bittere Geruch der Brandung und der süßliche Gestank von Blut... Der Schreibstil spricht alle Sinne an. Die Liebesgeschichte fand ich rührend und richtig schön. Dabei ist die Atmosphäre an Bord eines Robbenfängers alles Andere als romantisch, und dann gibt es auch noch einen ganzen Haufen anderer Hindernisse und sogar Gefahren! Dazu kommt noch, dass Sarah als Tochter aus gutem Hause ganz andere Vorstellungen von Romantik hat als ein einfacher Seemann, dessen Kontakte zu Frauen sich normal auf kurze Bordellbesuche beschränken... Aber gerade dieser Kontrast sorgt für zusätzliche Spannung und macht die Liebesgeschichte außergewöhnlich und interessant! Außerdem gleitet sie dadurch nicht in kitschigen Schmalz ab... Fazit: Eine junge Opernsängerin findet sich jäh wieder unter rauhbeinigen Matrosen und erlebt ein spannendes Abenteuer voller Gefahren, Intrigen, Seemannsgarn - und Liebe. Auch wenn ich mich öfter an Jack Londons "Seewolf" erinnert fühlte, hat die Geschichte doch genug originelle Einfälle und farbenfrohe Charaktere, um Leser etwas ganz Eigenes zu bieten.
Von: Leselady 14.05.2015
„Der Albatros hat nur einen Partner, sein Leben lang. Mit diesem fliegt er nicht über die Meere, er fliegt allein. Doch alle zwei Jahre trifft sich das Paar. Immer am gleichen Ort, zur gleichen Zeit.“ Diese Sehnsucht, diese tiefe Liebe, Treue und Verbundenheit, wurde in Karin Seemayers Erstlingswerk nicht nur wundervoll mit dem maritimen Cover eingefangen, sondern kam auch inhaltlich nach und nach auf hoher See zur vollen Entfaltung. „Die Sehnsucht der Albatrosse“ – ein Titel, wie er stimmiger nicht sein könnte! Inhaltlich…. Sarah Tanner, Tochter aus reichem Hause, verwitwet und gefeierte Opernsängerin ist an einem Punkt in ihrem Leben angekommen, an dem sie nicht nur ihre Stimme, sondern auch ihr Seelenleben schonen und sich selbst neu finden muss. Bei ihrer Mutter, die ihr "musikalisches Hobby" ablehnt, stößt sie dabei auf wenig bis gar kein Verständnis, wohl aber bei ihrer Tochter Anne. Als sie mit der „Kalani“ unverhofft Schiffbruch erleidet und sie restlos erschöpft von der „Victory“ aufgegabelt und gerettet wird, überstürzen sich die Ereignisse in ihrem Leben. Ihr Leben beschränkt sich fortan auf dreißig mal sieben Meter Schiffslänge, einer ungewohnt, rauen Hierarchie und unterschiedlichsten Charakteren und Umgangsformen. Alles, aber auch wirklich ALLES ist anders, als sie es gewohnt ist und dabei ist sie noch nicht einmal das Püppchen aus Zucker, wie man meinen könnte… Sarah muss Entscheidungen treffen und hinnehmen, neue Prioritäten setzen und sich nebenbei mutig den Geistern der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft stellen. Die vermeintliche Rivalität zwischen den Diven des Grand Opera House rückt in weite, unwirkliche Ferne... Und dies ist es auch, was mich so sehr für diese Geschichte, die Anfang des 20. Jahrhunderts angesiedelt ist, für sich eingenommen hat. Sarahs Lernprozess auf der Victory, Ihr Spagat zwischen den Welten, Ihr Erkennen, Verstehen und Begreifen. Karin Seemayer hat diesen Werdegang in eine bildhaft, flüssige Sprache gebettet, nicht mit authentischen (Schiffs-)Ausdrücken gespart, diese aber stets in Abläufe integriert und somit ganz einfach nebenbei erklärt. Wer sich weiter informieren und das Gelesene vertiefen möchte, dem stehen im Anhang historische Hintergründe und ein Glossar zur Verfügung. Ungeachtet so manch rauer Sitten und brutalen Vorgehensweisen, habe ich „Die Sehnsucht der Albatrosse“ mit einem ungeheuer warmen, weichen Bauchgefühl gelesen!!!Die Autorin hat es verstanden, mich beim Lesen alles um mich herum vergessen zu lassen. Nie hätte ich gedacht, dass es möglich ist, mich über 67 Kapitel auf hoher See und gerade mal 30 x 7 Schiffsmetern, derart fesselnd an die Seiten zu binden. Es war ein grandioser Mix aus Spannung, Liebe und unkonventionellem "way of life". Ein durch und durch authentisches und gelungenes Erstlingswerk (ich kanns kaum glauben!), das ich sehr, sehr gern weiterempfehlen werde!!! Danke für fantastische Lesestunden! Was bleibt ist die Hoffnung, den Spuren von Sarah, Peer, John Brandon, Alex, Gus... und den anderen HOFFENTLICH bald weiter folgen zu können :-)
Von: Sylvia Kaml 23.07.2015
Ich gebe zu, ich hatte anderes von dem Buch erwartet und war mehr als positiv überrascht! Es ist trotz Liebesgeschichte weit davon entfernt, eine Schnulze zu sein. Im Gegenteil. Eine Frau der oberen Gesellschaftsschicht wird schiffbrüchig von einem Robbenfänger geborgen. Die Autorin nimmt den Leser mit auf Fahrt, ohne kitschige Romantik und mit rauer Realität. Es treffen zwei Welten aufeinander, deren Anker eine gemeinsame Vergangenheit ist. Der Roman liest sich sehr gut, man wird regelrecht in diese Welt hineingezogen. Er ist gut recherchiert (soweit ich das mit meinem wenigen Wissen über Seefahrt beurteilen kann) und das Verhalten der Robbenfänger auch ohne moralischen Zeigefinger dargestellt. Emotionen kochen auf, auch unter den Seeleuten und es wird an keiner Stelle langweilig. Das Ende mag vielleicht etwas abrupt sein, sodass der Leser erst einmal vor dem Buch sitzen bleibt und "abkühlen" muss. Man möchte die Leben gerne noch weiter verfolgen. Ich würde das Buch gerne als Taschenbuch im Regal stehen haben und immer wieder lesen!
Von: Daniela 05.01.2016
Sarah beschließt eine Pause als Opernsängerin zu machen und begibt sich auf eine Kreuzfahrt um wieder zu sich selbst zu finden. Nachdem sie Schiffbruch erleidet, wird sie von der rauhen Crew eines Robbenschoners aus dem Meer gefischt und findet sich in einer für sie völlig fremden Welt. Doch der Schein trügt... Nicht alle Personen sind fremd für Sarah, der Kapitän des Schiffs lässt eine alte Vertrautheit in ihr auflodern. Doch inmitten des ehrlichen und harten Klimas an Board der Victory erkennt Sarah wofür ihr Herz schlägt. Ein sehr schönes Buch, dass den Leser mit auf die weite See nimmt. Die harte Arbeit an Board eines Robbenschoner um 1905 wird zur Realität und bettet den Leser in ein aufregendes Abenteuer. Das Lesevergnügen wird durch die geschickt in die Erzählung eingeflochtenen Informationen über das Leben auf See und die Robbenjagd zu einem wunderbaren Ausflug in längst vergangene Zeiten. Am meisten bewundere ich jedoch, dass es der Autorin gelungen ist, eine so gefühlvolle Liebesgeschichte zu erzählen, ohne kitschig zu werden.
Karin Seemayer

Karin Seemayer

Mit acht Jahren schrieb Karin Seemayer ihre ersten Tiergeschichten auf die Rückseite gebrauchter Telex-Rollen, die ihre Mutter aus dem Büro mitbrachte, da der Papierverbrauch ihrer Tochter zu hoch war. Es folgten Wildwestgeschichten, dann Science-Fiction und später Liebesgeschichten. Als Mitarbeiterin eines großen Reisebüros war die in Reutlingen geborene Autorin viel unterwegs. Auf einer Reise nach San Francisco und Vancouver Island stieß sie auf die Geschichte der Robbenjäger und des Kapitäns Alexander McLean, die sie zu ihrem ersten Roman „Die Sehnsucht der Albatrosse“ inspirierte.

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