Danela Pietrek

Die brennende Frau

Die brennende Frau

von Danela Pietrek
Dreißig Jahre hat Richard in Brasilien auf diesen Moment gewartet. Jetzt ist der Mord, der ihm angelastet wurde, verjährt. Ein Mord, den er nicht begangen hat. Richard will endlich die Wahrheit ans Licht bringen und zurück in die Öffentlichkeit treten. Denn in Gedanken war er immer bei ihnen: Bei den Menschen, die ihn beschuldigten. Bei den Menschen, die er liebte. Bei Helene, der brennenden Frau.
Erscheinungsdatum:
15.06.2014
Format:
ePub oder .mobi
Preis:
2,49 €

Kundenrezensionen

Von: Manchmal ist Reden eben doch Gold... 25.08.2014
Seit dreißig Jahren hat Richard diesem Tag entgegen gefiebert: Er darf endlich wieder nach Hause, nach Deutschland, ohne Angst vor einer Strafverfolgung haben zu müssen. Denn in der Nacht, in der er sein Haus angezündet hat und nach Brasilien geflohen ist, ist jemand gestorben. Aber was werden nur seine Liebsten sagen, die er zurück gelassen hat? Vor allem seine Tochter Stella, die von da an bei seinem Bruder Michel und dessen Frau Dolores aufgewachsen ist? Aber auch Tosca, die Frau, die ihn verstanden hat wie keine andere zuvor? Werden sie ihn verstehen? Und was ist in der Zwischenzeit alles passiert? Die Geschichte wird abwechselnd aus Richards Sicht und aus der der Menschen, die ihm nahe standen, erzählt. Dabei ist es sehr interessant, die unterschiedlichen Wahrnehmungen jener verhängnisvollen Nacht zu erfahren. Jeder verdächtigt jemand anderen, die Finger beim Brand drin gehabt zu haben und niemand spielt wirklich mit offenen Karten. Kaum hat man sich ein Urteil über eine Person gebildet, muss man dieses auch schon wieder revidieren, weil sich mit einem Mal alles ganz anders darstellt. Mich hat es erstaunt, wie sehr die eigene Meinung von dieser subjektiven Art des Erzählens beeinflusst wird. Die Charaktere reflektieren ihre Erlebnisse, Gedanken und Gefühle und werden so sehr vielschichtig. Manche konnte ich gut leiden, bei anderen wollte ich einfach nur hingehen und sie mal kräftig durchrütteln ob ihrer Entscheidungen. Auch musste ich über die ganzen unausgesprochenen Gefühle und Vorwürfe den Kopf schütteln, aber das ist genau das, was das Buch ausmacht. Es zeigt eindrucksvoll auf, wie wichtig Kommunikation ist. Das Ende ist überraschend, aber ich habe nicht auf Anhieb alle Zusammenhänge verstanden. Man muss schon sehr aufmerksam lesen um am Schluss nicht verwirrt zurück zu bleiben. Trotzdem hat mir die Geschichte gut gefallen, denn durch die tolle Schreibweise konnte ich mich gut in die jeweilige Welt der beteiligten Personen einfinden. „Die brennende Frau“ ist kein Krimi im herkömmlichen Sinn, aber trotzdem sehr spannend geschrieben und auch zum Miträtseln. Denn durch die verschiedenen Perspektiven erfährt man immer etwas Neues und natürlich machen sich auch die Figuren ihre Gedanken. Wer Lust auf etwas Außergewöhnliches und doch Gewohntes hat, der ist hier genau richtig!
Von: Elke Seifried 03.07.2014
Richard hat 30 Jahre in Brasilien ausgeharrt, nun ist der richtige Zeitpunkt endlich gekommen. Er will zurück in seine Heimat und die Familie um Vergebung bitten. Immer hat er an Helene, die brennende Frau und seine einzig wahre Liebe gedacht. Nun endlich kann ihm keiner mehr einen Mord anlasten, den er nicht begangen hat, die Tat ist endgültig verjährt. Wird es ihm gelingen, seiner Familie alles zu erklären und die Wahrheit ans Tageslicht zu bringen? Das wird natürlich nicht verraten. Die Autorin hat mich wirklich von Seite zu Seite mehr an ihr Buch gefesselt. Die ersten drei Kapitel hatte ich nur Fragezeichen. Mir waren die Zusammenhänge unklar, ich wusste überhaupt nicht, worauf die Geschichte letztendlich hinaus will. In den einzelnen Kapiteln kommen immer wieder abwechselnd mit Richard einzelne Familienmitglieder und Freunde zu Wort. Ein jeder hat seinen eigenen Verdacht und das macht die Geschichte so irre spannend. Nach und nach klärt sich eine um die andere Frage, allerdings werden auch immer wieder neue Rätsel aufgeworfen. Aber nicht nur Spannung bietet die brennende Frau. Es geht hier um ganz tiefe Gefühle, Gefühlsverwirrungen, Fehlentscheidungen und auch das große Schweigen. Die Gedanken, die die einzelnen Charaktere bewegen werden wirklich sehr gut dargestellt und man kann sich prima in jeden einzelnen von ihnen hineinversetzen. Besonders Roberts Schwägerin Dolores und ihr Adoptivsohn Marc sind mir dabei sehr ans Herz gewachsen. Das Ende ist ebenso überraschend wie vieles Andere, aber in meinen Augen wirklich gelungen. Wenn die Menschen ein wenig mehr miteinander reden würden, könnte so manches Missverständnis aus der Welt geräumt werden und so mancher Kummer würde uns erspart bleiben. Ein Roman, der mich sehr bewegt hat.
Danela Pietrek

Danela Pietrek

Danela Pietrek studierte in München und begann früh als Dramaturgin und Regieassistentin zu arbeiten. Heute ist sie freie TV-Produzentin und war u.a. Producer des Kieler "Tatort" mit Axel Milberg. Weitere Filmprojekte realisierte sie in Uganda, Spanien, Kanada und den USA, wo sie zeitweise lebte. Danela Pietrek hat zwei Töchter und wohnt in Hamburg.

In Danela Pietreks Romanen kommt die Spannung leise daher. Sie schleicht sich an, während man tief in die Leben von Menschen eintaucht, die seltsam vertraut wirken. Wie macht es die Autorin, die mit Spannung rein beruflich bestens vertraut ist? Sie baut ein gefährliches Schweigen derjenigen auf, die sich eigentlich vertrauen sollten. Dann erst begreift man: Etwas Unausweichliches wird passieren, dem sich niemand entziehen kann. Weder die Personen im Roman, noch der Leser.

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